Beim umräumen meiner Wohnung am letzten Wochenende kamen einmal wieder Unmengen an Werbemitteln zutage. In den letzten Jahren haben sich hier geradezu erschreckende Mengen an Tassen, T-Shirts, Stiften, USB-Sticks, Schlüsselanhängern, Feuerzeugen und Taschen angesammelt.
Bei genauerer Betrachtung habe ich festgestellt, dass ich das meiste davon in der Vergangenheit wohl weder benutzt, noch öfter als einmal angesehen habe obwohl ich bei fast allen Unternehmen von welchen ich diese Werbeartikel erhalten habe durchaus zur Zielgruppe gehöre. Da ich davon ausgehe, dass es in vielen Fällen den meisten Empfängern ähnlich ging, lässt das für mich nur einen Schluss zu: Die Unternehmen haben Geld verschenkt.
Aus diesem Grund habe ich mir einmal ein paar Gedanken gemacht, was aus meiner Sicht bei der Wahl eines guten Werbemittels berücksichtigt werden sollte:
- Nutzen: Der in meinen Augen wichtigste Punkt ist es einen Artikel zu finden welcher für den Empfänger zum einen nützlich ist und zum anderen noch nicht im Überfluss vorhanden ist. Stifte mögen zwar günstig und für mich durchaus nützlich sein, doch erhalte ich davon im Jahr bestimmt 50 Stück. Die Wahrscheinlichkeit dass ich einen Stift entsorge ohne ihn jemals benutzt zu haben ist also relativ hoch. Sofern es sich also nicht um einen hochwertigen Markenstift handelt, kann man bei mir damit eher wenig Aufmerksamkeit erwarten. Bei Handwerkern als Zielgruppe kann es dagegen eher Sinn machen Stifte oder Zollstöcke bedrucken zu lassen, da hier aufgrund der höheren Abnutzung derartige Artikel tendenziell öfter ausgetauscht werden. Am besten einfach mal bei der Zielgruppe nachfragen was für sie a: nützlich wäre und b: noch nicht im Überfluss vorhanden ist und daher ansonsten selbst eingekauft werden müsste.
- Optik: Gerade bei T-Shirts & Taschen liegt hier häufig das größte Problem. Jetzt mal ehrlich, eure Zielgruppe sind Marketing Entscheider in einer eher kreativen Branche und euch fällt in 80% aller Fälle nichts besseres ein, als euer Firmenlogo mittig auf ein weißes no-name T-Shirt zu drucken? Welches Mitglied eurer Zielgruppe mit einem Hauch von Selbstachtung lässt sich mit so einem Teil denn in der Öffentlichkeit blicken? So etwas verschwindet meistens in den Untiefen eines Kleiderschranks und wird wenn überhaupt 10 Jahre nach der hoffentlich spektakulären Pleite des Unternehmens nochmal als Retroshirt ausgegraben. Im Fall eines Werkzeugherstellers sieht das natürlich schon wieder ganz anderst aus. Wenn die eigene Zielgruppe auf dem Bau oder in der Werkstatt arbeitet und einen hohen Verschleiß an Kleidungsstücken hat kommen solche T-Shirts oft gerade recht.
- Qualität: Kurze und knapp: an das Werbemittel sollten ähnliche Qualitätsansprüche gestellt werden wie an das eigene Produkt. Wenn ich als Beratungsunternehmen im Bereich Datensicherheit “verschlüsselte” USB Sticks als Werbemittel verteile, welche zum einen von einem durchschnittlichen PC Nutzer zu knacken sind und zum anderen nach zweimaliger Benutzung den Dienst verweigern, habe ich bei möglichen Kunden bereits einen negativen Eindruck hinterlassen, ehe sich diese das erste mal näher mit meinem Produkt beschäftigt haben. Daher lieber wenige, dafür hochwertige Artikel an die richtigen Leute streuen (mit der Streuung von Markenartikeln löst man häufig auch gleich das Problem der Optik).